Musical Review : In The Heights

 

Kommt, wir reisen heute in die hitzigen Washington Hights von New York. Dort, wo Usnavi gerade seinen Shop öffnet. Wo Nina aus dem College zurück kommt, mit besorgter Miene. Wo Benny hard schuftet, um die Latino-Fahrer zu verstehen und wo Vanessa von einem Heim in Downtown träumt. Es ist bald der 4. Juli und alle fiebern einem Lottoticket entgegen,ds mit 96. Tausend Dollar winkt. Was man alles mit diesem Geld machen könnte. Und wer hat eigentlich gewonnen?

Hitze, Kulturschock, Geldmangel und mehr treffen sich im Plot des amerikanischen Musicals “In The Heights”. Es gibt einen Einblick auf das Leben als hispanisch-amerikanischer Einwanderer In der großen Stadt New York und den Problemen, mit denen man so zu kämpfen hat.

Das Original mit mehreren Tony-Awards stammt von dem Genie Lin-Manual Miranda. Früher habe ich ja schon mal hier darüber geredet, was so zu meinen Lieblingsmusicals gehört – daraus ist aber kaum heraus gekommen, was für ein großer Miranda Fan ich eigentlich bin.

Auch wenn mein Herz mehr für Hamilton schlägt, war ich sehr erfreut, zu hören, dass In The Heights bald in meiner Nähe spielen wird. Skeptisch kam ich am Samstag vor dem Theater an. Deutsch? Bei einem Rap-Musical mit englisch-spanischem Sprachwechsel. Na, das kann doch nur schief gehen, oder?

Ist es nicht. Überhaupt nicht. Die Schauspieler haben, von der ersten Minute an mein Herz erobert. Gerade Sonny, Nina und Vannesas Schauspieler waren klasse. Was mir sehr aufgefallen ist – die Ladies hatten sogar sehr ähnliche Stimmen zu den Originalen. Sowohl musikalisch als auch schauspielerisch haben sie sich perfekt dargestellt. Zwar hatten einige Schauspieler hier und da einen kleinen Wortverdreher, aber das ist nur menschlich.

Das Musical ist mir ans Herz gegangen. In der ersten Hälfte habe ich da gesessen und zu Liedern gesummt, die ich schon seit über einem Jahr kannte. Aber im zweiten Akt saß ich da, in der Alabanza Szene, als Abuela Claudia gestorben war (huch, Spoiler!). Das ist mir richtig ans Herz gegangen und ich musste mich zusammen reißen, nicht wie wild los zu flennen. Und sowas hinzubekommen, ist schon große Arbeit. Musik und Stimmen, die einem tiefer ins Herz rutschen, überzeugende Schauspielerkunst noch dazu. Man hätte wirklich meinen können, dass Usnavis Schauspieler selbst in den Tränen lag. Und ich tat es auf jeden Fall.

Dann war da diese Freude, die in den Schauspielern lag. Oft wog ich mit den Liedern mit, hibbelig etwas live zu sehen, dass ich bisher nur über Spotify gehört habe.Die Szenerie auf der Bühne war ebenfalls klasse. Am Besten hat mir der Hintergrund gefallen – eine sich an die Zeiten anpassende Skyline von New York, mit leuchtenden Fenstern.

Etwas, dass mich sehr zum denken gebracht hat, war Usnavi. Der ist Protagonist und rappt sehr viel im Musical. Das in Deutsch gut rüber zu bringen, konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Der Schauspieler hat es aber ziemlich gut performed. Er trug die typische Usnavi-Lockerheit, die ich in den Liedern immer gehört habe. Und alles war in diesen latina-Charme getaucht, den wir eigentlich nur aus dem Spanienurlaub kennen. Rhythmische Lieder, trällernde Stimmen und Piragua (haha, Insider!). Dazu eine zum Nachdenken anregende Geschichte über neue und alte Welten, Erinnerungen und dem alltäglichen Hadern in der verdammten Alltäglichkeit.

Für jeden, der es sehen kann, kann ich In The Heights nur empfehlen. Die Vorstellung in Hagen kommt zwar nicht mit den größten Kulissen und Requisten, hat aber dennoch total überzeugt. Wenn ich nicht total pleite wäre, würde ich glatt noch ein weiteres Mal hingehen. Ein Applaus an die Schauspieler, die am Premierenabend alles gegeben haben. Und in Hoffnung darauf, dass das nächste Musical in Hagen dann Hamilton sein wird!

 

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